Der Bayrische Rundfunk meldet:

Beschwerden über Flüchtlinge in Donauwörth häufen sich
Wichtig ist natürlich, dass, wenn man schon nicht umhinkommt, darüber zu berichten, auch richtig berichtet.

So zum Beispiel nicht:

In der Erstaufnahme für Flüchtlinge in Donauwörth leben zur Zeit 600 Asylbewerber ... hängen ... in der Stadt herum, trinken Alkohol und sorgen für ein ungutes Gefühl bei vielen Donauwörtherinnen.
Sondern so:

In der Erstaufnahme für Flüchtlinge in Donauwörth leben zur Zeit 600 Asylbewerber - darunter viele junge Männer. Einige wenige von ihnen hängen auch in der Stadt herum, trinken Alkohol und sorgen für ein ungutes Gefühl bei vielen Donauwörtherinnen.
Was sie sonst noch machen, wird nicht berichtet, wohl aber, dass sie für Gefühle sorgen. Also wischiwaschi. Angst kann man sich auch einbilden und wenn das Portemonnaie weg ist (nur zum Beispiel, natürlich), kann man es auch verloren haben.

Auch so berichtet man nicht:

Seit dem Frühjahr häufen sich in Donauwörth die Beschwerden über... Asylbewerber. "Die Menschen berichten von verbalen Belästigungen, sie schreiben Briefe, sie schreiben Emails", sagt Oberbürgermeister Armin Neudert. Bei der Polizei gehen wöchentlich Anrufe ein:
Sondern eben so:

Seit dem Frühjahr häufen sich in Donauwörth die Beschwerden über eine kleine Gruppe von Asylbewerbern. "Die Menschen berichten von verbalen Belästigungen, sie schreiben Briefe, sie schreiben Emails", sagt Oberbürgermeister Armin Neudert. Bei der Polizei gehen wöchentlich Anrufe ein: Dabei sind es immer wieder die gleichen Asylbewerber, die für Unruhe sorgen, sagt der Donauwörther Polizeichef Thomas Scheurer.
Auch die folgende kleine Aussage ist bereits relativiert, unrelativiert klänge sie so:

Asylbewerber fassen Frauen am Arm an und fordern sie zu Sex auf
So kann man das aber selbstverständlich nicht ausdrücken. Daher hier das relativierende Orginal des BR:

"Es gibt durchaus Leute, die eine Frau mal am Arm anfassen: 'Kommt doch mit mir, geh mit mir mit, willst Du Sex haben?' Das sind so etwa vier, fünf Leute."
Schwierig, den nächsten Absatz zu unrelativieren. Ich probiere es einmal, wobei schon der Inhalt und nicht nur die Formulierung relativiert wurde

Relativ unrelativiert würde es so klingen:

Asylbewerber sorgen für Unsicherheit

Die Donauwörther fühlen sich nicht mehr sicher, wenn sie in der Donauwörther Promenade, am Donauhafen oder am Donauwörther Bahnhof unterwegs sind. Flüchtlinge sitzen dort mit dem Handy in der Hand, weil es dort freies WLan gibt.
In dem Absatz wird aber leider nicht geschildert, was sie denn so tun, außer herumzusitzen. Manchmal müssen sie ja schließlich aufstehen, um Passanten zu beleidigen oder Frauen anzugrabschen (vermutlich nicht nur am Arm) und sie zu Sex zu nötigen.

Na, ja, nun eben das relativierende Original:

Kleine Gruppe von Asylbewerbern sorgt für Gefühl der Unsicherheit

Vier bis fünf Leute, aber es reicht dafür, dass sich die Donauwörther teils nicht mehr sicher fühlen, wenn sie in der Donauwörther Promenade, am Donauhafen oder am Donauwörther Bahnhof auf Flüchtlinge treffen, die dort zusammensitzen oder etwa am Bahnhof mit dem Handy in der Hand, das freie WLAN nutzen.
Hier wird nicht relativiert, sondern mit voller Breitseite berichtet:

Polizei und Stadt haben das Problem erkannt. Hundeführer der Polizei aus Augsburg sind im Einsatz, patrouillieren an Brennpunkten. Beamte der Polizeiinspektion Donauwörth sind in der Promenade unterwegs – tagsüber und in den Abendstunden. Ein Beamter ist außerdem in der Donauwörther Erstaufnahmeeinrichtung stationiert. Die befindet sich in der Parkstadt, oberhalb der Innenstadt – auf dem ehemaligen Kasernengelände.
Und das wegen ein paar flüchtigen Handynutzern.

Hier wird auch nicht relativiert, sondern eher übertrieben.
Man liest von "viele" und verallgemeinernd von "den" Menschen und "die" Asylbewerber und nicht nur von "einigen von ihnen" oder "wenigen" oder nur "4 oder 5"

Viele Flüchtlinge finden in der Erstaufnahme eine Beschäftigung

Die Malteser versuchen, den Menschen in der von der Regierung von Schwaben betriebenen Erstaufnahmeeinrichtung zu helfen: Beschäftigung ist das A und O. Eine reguläre Arbeitsstelle dürfen die Asylbewerber in der Zeit in der Erstaufnahme nicht annehmen, aber viele wollen sich einfach nützlich machen, wie der 21 Jahre alte Essage aus Gambia. Er ist Schneider und ändert in der Kleiderkammer Kleidungsstücke um – oft sind vor allem die Hosen den Flüchtlingen nämlich zu weit.
Dass oft die Hosen den Flüchtlingen zu weit sind, dürfte wohl ein Scherz des BR-Mitarbeiters sein. Der Leser denkt ja schon fast an Hungerbäuche.

Auch hier wird nicht relativert, sondern in die Vollen gegriffen:

Andere helfen in der Küche oder in der Wäscherei oder zimmern gerade eine Theke für den Aufenthaltsraum. Draußen gibt es außerdem Sportgeräte und einen Fußballplatz. Gemeinsam mit einer Betreuerin musizieren sie, eine gelernte Friseurin aus der Türkei schneidet den anderen Flüchtlingen die Haare. Und es gibt Verkehrserziehung. Gerade radeln drei Flüchtlinge durch einen Fahrradparcour.
Damit man sieht, das auch jeder was tut und hilft und macht und schneidert und radelt..... So ganz positive Sachen eben. Der BR weiß auch, dass die Friseuse, die als Flüchtling aus der Türkei kam, eben eine gelernte Friseuse ist, obwohl dieser Beruf in der Türkei lediglich ein Anlernberuf "learning by doing" ist.

Deutscher Nachwuchs würde solche journalistischen Bemühungen mit "Der hat ja voll die Peilung" quittieren.

Warum man nun von den Flüchtlingen, über die es Beschwerden gab, bei Deutschkursen und Radelradeln landet, erschließt sich nicht. Selbst in einem Mittelstufenaufsatz würde es an dieser Stelle heißen "Note mangelhaft bis ungenügend, am Thema vorbei, Thema verfehlt".

Unterricht und Extra-Kurse für junge, männliche Flüchtlinge

Deutschunterricht gibt es natürlich auch und eine Art Kultur-Unterricht für alle – mit Extra-Stunden für junge Männer, die alleine nach Deutschland gekommen sind.
"Wir machen wöchentliche Treffen, wo wir Externe einladen, die ihnen spiegeln, wie sie auftreten. Wie nah trete ich an jemanden ran? Die Asylbewerber nehmen daran teil. Es sind seit dem auch weniger Sachen vorgefallen laut Polizei."
Anna Lobkowicz, Migrationsbüro Bayern
Die Arbeit wird den Maltesern und Ehrenamtlichen nicht ausgehen, aber die Probleme sind erkannt. Und es wird etwas dagegen unternommen, damit das Zusammenleben von Flüchtlingen und Donauwörthern bis zur geplanten Schließung der Einrichtung 2019 möglichst in gutem Einvernehmen ablaufen kann.
http://www.br.de/nachrichten/schwabe...-sich-100.html

Fazit: Genaues erfährt man nicht, nur, dass 4 Asylbewerber an öffentlichen Plätzen sitzen und ab und zu Frauen am Oberarm anfassen und die Deutschen offensichtlich schon bei diesen wenigen Vorkommnissen mit Unbehagen und Angst reagieren. (Deppen!)

Man erfährt aber, wie fleißig und willig die Flüchtlinge sind, wie eifrig sie Haare schneiden, Rad fahren, Deutsch lernen, in der Wäscherei mithelfen, in der Küche helfen, Theken zusammenzimmern, musizieren und die Hosen für die unterernährten Flüchtlinge enger nähen und sich nützlich machen wollen.

Und man erfährt, wie viele Polizisten nun in der Stadt auch in den Abendstunden unterwegs sind, mit Hunden, und dass sogar eine neue Dienststelle geschaffen wurde. Man bedenke, extra nur wegen des Angstgefühls der Deutschen.

Man erfährt, welche Kurse angeboten werden und dass noch mehr Kurse angeboten werden mit Extra-Stunden.

Warum stellen sich keine Damen von den Grünen und der SPD den "Flüchtlingen" zur Verfügung? Selbst der hässlichste Besen wird genommen.
Unter diesen Umständen in diesem Fall sollte sich die für diesen Artikel verantwortliche BR-Mitarbeiterin

Judith Zacher

höchstselbst zur Verfügung stellen.